Wald- und Gartenhüttenbrände im Sommer, Hilfeleistungen bei Unfällen, Kaminbrände und andere heiße Sachen über das ganze Jahr hinweg – das Leistungsspektrum, das die 52 Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Seulberg auch 2015 abzudecken hatten, war einmal mehr umfangreich. Darauf verwies Claas Ludwig am Freitagabend im Gerätehaus am Placken.

In seiner Bilanz zur Hauptversammlung zählte der Seulberger Wehrführer 31 Brand- und 37 Hilfeleistungseinsätze, 47 mal rückte die Einsatzabteilung zu Fehlalarmen aus. Hinzu kamen sechs Brandsicherheitsdienste und ein Brandschutzerziehungseinsatz.

„Auch wenn wir glücklicherweise zu keinen Großschadenslagen ausrücken mussten, darf nicht unterschätzt werden, wie zeitintensiv die Einsätze und die Arbeiten rund um den Feuerwehrdienst sind“, so Ludwig weiter. Gefragt waren die Feuerwehrleute außerdem bei der Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften, wofür ihnen Bürgermeister Horst Burghardt (Grüne) seinen ausdrücklichen Dank aussprach. Daneben wies die Einsatzstatistik erneut eine Reihe von teils ungewöhnlichen Hilfeleistungen aus, die von der Befreiung von Personen aus stecken gebliebenen Aufzügen über das Öffnen von Türen zur Bergung hilfloser Menschen bis hin zum „Ringen“ mit umstürzenden Bäumen und fliegenden Hallendächern reichten.

Viel Zeit investierten die Angehörigen der Stadtteilwehr zudem in Unterrichtsabende (37) sowie in die Pflege von Fahrzeugen und Gerätschaften. Und natürlich gab es auch eine Reihe von Übungen, bei denen die Einsatzabteilung ihre Schlagkraft unter Beweis stellen konnte.

Abseits der zahllosen Notfall- und Übungseinsätze steht bei den Feuerwehren traditionell auch die Pflege der Kameradschaft hoch im Kurs. Dazu dienten im vergangenen Jahr unter anderem die Ausrichtung einer Kart-WM, die Teilnahme am Vereinsschießen der Seulberger Schützen, eine Motorradtour sowie Feiern für die 28-köpfige Alters- und Ehrenabteilung. Damit all dies auch in Zukunft möglich ist, ist in Seulberg ein Förderverein aktiv. Dessen 332 Mitglieder unterstützten neben Freizeitaktivtäten vor allem den Nachwuchs.

Nachwuchsarbeit zählt

Gerade die Nachwuchsarbeit genießt in der Stadtteilwehr einen hohen Stellenwert. Das machten die Berichte von Tobias Bergerfurth für die aus 15 Mädchen und Jungen bestehende Jugendfeuerwehr und Yvonne Henz für die Mini-Feuerwehr deutlich. In den beiden Abteilungen werden Kinder und Jugendliche spielerisch an das Feuerwehrwesen herangeführt und darüber hinaus in Sachen „Teamfähigkeit“ geschult. Zu den theoretischen und praktischen „Unterrichtseinheiten“ gesellten sich daher mehrere Freizeitaktivitäten.

Die Jugendfeuerwehr für die 10- bis 17-Jährigen kommt jeden Montag von 18 Uhr bis 19.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus zusammen, die derzeit 18 Kids der Mini-Feuerwehr treffen sich immer freitags, von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Dass die Stadtpolitik stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehren habe, betonte Stadtverordnetenvorsteher Karl Günter Petry (FWG). Er würdigte die Einsatzkräfte für ihre Bereitschaft, Leib und Leben für die Sicherheit der Bevölkerung zu riskieren, und bezeichnete die Stadtteilwehren als „besonderes Aushängeschild für das Ehrenamt“.

Auch Bürgermeister Burghardt lobte das ehrenamtliche Engagement. „Auf die Feuerwehren ist immer Verlass, und zwar auch in sehr schwierigen Situationen“, sagte das Stadtoberhaupt und wies auf die Hilfe der Feuerwehren bei der Flüchtlingsunterbringung hin.

Lob von oben

„Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die helfen. Der Staat würde das nicht auf die Reihe bekommen“, so Burghardt weiter. Neuerlich bekräftigte er außerdem, dass eine Belegung der Seulberger Sporthalle mit Asylbewerbern möglichst vermieden werden solle.

Artikel aus der Taunus Zeitung vom 18.1.2016

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