Sie retten Menschen aus brennenden Häusern und bergen Unfallopfer: Was Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen erleben, schweißt zusammen. Die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung trafen sich am Samstag im Vitos Waldkrankenhaus Köppern zu einem geselligen Nachmittag.

Der Slogan „Einer für alle, alle für einen“ ist für die Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehren Verpflichtung. Und zwar immer dann, wenn es gilt, Leib und Leben, Haus und Hof, Hab und Gut eines jeden selbst unter Einsatz des eigenen Lebens zu schützen. Klar, dass sich aus der gemeinsamen Überzeugung fast zwangsläufig eine verlässliche Kameradschaft entwickelt. Dieser Zusammenhalt zieht sich nicht nur durch die komplette Feuerwehrlaufbahn, sondern weit darüber hinaus. Nach geltendem Recht ist für jeden Feuerwehrangehörigen im Alter von 60 Jahren Schluss mit dem aktiven Dienst – es sei denn, ein Arzt bescheinigt dem Betreffenden körperliche Fitness. Mit Erreichen des 65. Lebensjahres heißt es dann aber endgültig, Abschied nehmen von der Einsatzabteilung. Die Pensionäre wechseln in die Alters- und Ehrenabteilungen, in deren Reihen sich zahlreiche verdiente Feuerwehrleute befinden. Insgesamt 69 Frauen und Männer gehören in Friedrichsdorf dazu. Die Wehren der Stadt hatten sie für Samstag zum elften Treffen der Alters- und Ehrenabteilungen ins Waldkrankenhaus eingeladen. Zuvor hatte die Köpperner Wehr den Festsaal herbstlich geschmückt und neben Kaffee und Kuchen auch deftige Speisen im Angebot. Dazu unterhielten die „Dillinger Buben“ Franz Baumann und Gerald Stütz mit volkstümlichen Klängen und Evergreens und lockten so manchen Gast aufs Tanzparkett.

Die amtierenden Wehrführer waren gekommen und Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb berichtete über das aktuelle Einsatzgeschehen. So sind im laufenden Jahr bereits 310 Alarmierungen eingegangen, die von den vier Stadtteilwehren in bewährter Manier nach dem „Rendez-vous-Verfahren“ abgearbeitet wurden. Nach diesem Prinzip werden die einzelnen Wehren, die sich jeweils auf einen bestimmten Arbeitsschwerpunkt spezialisiert haben, im Bedarfsfall zu einer Truppe mit besonders großer Schlagkraft zusammengerufen. Derzeit verrichten 223 Frauen und Männer ihren freiwilligen Dienst an der Allgemeinheit, wobei das Löschen von Bränden (15 Prozent der Einsätze im Jahr 2014) einen eher geringen Teil ausmacht. Häufiger haben es die Feuerwehrleute mit „Hilfeleistungseinsätzen“ (61 Prozent) zu tun. Etwa bei Unwettern oder wenn ein Wespennest beseitigt werden muss.

Eingeklemmte befreien

Auch Verkehrsunfälle gehören dazu. Schauplatz ist oft die Autobahn A 5. Etwa bei der Kollision eines Pkw mit einem Stromverteilerkasten, bei der kürzlich ein Autofahrer sein Leben verloren hat. Glimpflicher endete die Flucht zweier gesuchter Straftäter, die von der Polizei an der Raststätte Wetterau entdeckt worden waren. Die anschließende Verfolgungsfahrt endete jäh an der Autobahnausfahrt Köppern – mit einem Totalschaden, der zum Glück nur das Fluchtfahrzeug betraf. Verunglückte und eingeklemmte Personen, brennende Lkw und Häuser, aber auch verstorbene Menschen hinter verschlossenen Wohnungstüren – all das sind Szenarien, denen sich die Rettungskräfte immer wieder stellen müssen. Hinzu kommen zahllose weitere Herausforderungen. Derzeit zum Beispiel im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen, an der die Feuerwehren ebenfalls beteiligt sind. Stolz wies Neeb schließlich darauf hin, dass Friedrichsdorf einen effektiven Brandschutz mit vergleichsweise geringeren Mitteln gewährleiste: „Das verdanken wir unseren intakten ehrenamtlichen Strukturen.“

Artikel aus der Taunus Zeitung vom 26.10.2015