Wie reanimiert man unter Atemschutz und worauf liegt das Hauptaugenmerk bei einer Patientenversorgung nach einer Crashrettung, diese Fragen wurden am Dienstagabend im Zuge einer Einsatzübung der Feuerwehr Seulberg beantwortet.

Im jährlichen Rhythmus werden die Mitglieder der Einsatzabteilung an jeweils zwei Dienstabenden in Erste Hilfe ausgebildet. Diese Ausbildung beinhaltet dann auch zeitgleich die Rezertifizierung für den AED (Automatisierter externer Defibrillator), der auf dem Tanklöschfahrzeug verladen ist. Am Dienstagabend stand wieder der erste Ausbildungsabend „Erste Hilfe“ auf dem Dienstplan.

Da uns parallel dazu angeboten wurde, in einem Abrisshaus unweit der Feuerwehr, eine Übung durchzuführen wurde aus dem Erste Hilfe Kurs spontan eine Atemschutz- Einsatzübung mit Schwerpunkt Menschenrettung und Versorgung der Verletzten.

 


Angenommene Lage beim Eintreffen der ersten Kräfte war eine lautstarke Explosion sowie eine starke Rauchentwicklung in einem Wohnhaus mit angrenzender Hobbywerkstatt. Mehrere Personen wurden noch im Gebäude vermisst. Durch die (fiktive) Leitstelle wurde schon relativ zeitnah bekannt gegeben, dass der Rettungsdienst vorerst anderweitig gebunden ist und längere Zeit benötigt. Eine Situation, die es so im Ernstfall glücklicherweise nicht gibt.

Die ersten Trupps gingen sofort über das Erdgeschoss zur Menschenrettung in das Gebäude vor. Dieses hatten wir vorab mit Übungsnebel verraucht, so dass im Gebäude Nullsicht herrschte und die Trupps nur durch Tasten und im Kriechgang von Zimmer zu Zimmer vorgehen konnten.
Weitere Trupps unter Atemschutz verschafften sich über die Steckleiter einen Zugang in das erste Obergeschoss und begannen dort parallel mit der Suche nach Verletzten.

Nach kurzer Zeit konnten beide Verletzten durch die Trupps gefunden werden. Da beide schwer verletzt und bewusstlos waren, entschieden sich die Trupps für eine sogenannte „Crashrettung“ oder auch „Sofortrettung“ genannt.

Bei dieser Art der Rettung muss der Patient so schnell wie möglich aus dieser Gefahrensituation gerettet werden, um sein Leben zu erhalten.Trotzdem ist auch die Sofortrettung mit zur patientengerechten Rettung zu zählen, da die Wahl dieser Rettungsmethode auf Grund des Patientenzustandes gefällt wird.


 

An diesem Punkt wurde der Schwerpunkt der Übung verlagert und auf die Versorgung der Patienten übergeleitet. An einer Übungspuppe mussten die Trupps unter Atemschutz sofort mit Reanimationsmaßnahmen beginnen. Im Wechsel von ca 2 Minuten wurde dann getauscht, damit eine durchgängige Wiederbelebung gewährleistet werden konnte. Zusätzlich wurde der AED verwendet, der die Einsatzkräfte bei den Reanimationsmaßnahmen unterstützt.

Am zweiten Patient wurden diverse Techniken der Wundversorgung geübt, unter anderem mussten diverse Druckverbände angelegt werden um Schnittverletzungen zu versorgen.

 

Nach rund einer Stunde war die Übung erfolgreich beendet. In der kommende Woche erfolgt dann der zweite Teil der Erste Hilfe Ausbildung.