Hoch loderten die Flammen am Montag kurz vor Mitternacht im Feld hinter Köppern in der Nähe der Erdbeerfelder und des Schützenhauses. Eine großes Gartenhaus brannte lichterloh, die Flammen drohten schon auf Bäume überzugreifen, als die Feuerwehr anrückte. Um 23.55 Uhr gab es Alarm, berichtet der Friedrichsdorfer Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb. Mehrere Autofahrer, die zwischen Köppern und der Autobahnauffahrt unterwegs waren, hatten den Feuerschein gesehen und die Notrufnummer 112 gewählt.

Die Feuerwehren kamen mit 43 Mann, vier wasserführenden Fahrzeugen und zwei weiteren Wagen. Nach 15 Minuten war das Feuer unter Kontrolle, nach 22 Minuten war es aus. Insgesamt acht Mann trugen schweres Atemschutzgerät, auch deswegen, weil das Häuschen ein Dach aus Faserzement hatte. Das Material steht im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein, wenn es sich zersetzt. Eine Rettungswagen-Besatzung sowie weitere Feuerwehrleute standen mit ihren Fahrzeugen in Bereitschaft.

Zum Löschen brauchten die Feuerwehrleue insgesamt 14 000 Liter Wasser. Ein Löschfahrzeug wurde vor das brennende Haus gestellt und diente als Brandstellen-Spritze. Mit den anderen Wagen pendelten Feuerwehrleute zwischen der Einsatzstelle und den Hydranten im Ort hin- und her und holten Wasser-Nachschub. Das neue Löschwasser wurde dann über eine Leitung in den Tank der „Brandstellen-Spritze“ gepumpt.

Mit der Wärmebildkamera

Den Feuerwehrleuten gelang es zwar, das Holzhäuschen zu löschen. Von dem rund 40 Quadratmeter großen Gebäude mit Veranda ist aber nur ein Gerippe aus verkohlten Brettern und Balken übrig geblieben. Außerdem verbrannten die in dem Häuschen gelagerten rund 20 Raummeter Buchen- und Eichenholz.

Der Sachschaden wird auf 10 000 Euro geschätzt, verletzt wurde niemand. Bäume und Sträucher wurden angesengt. Nachdem das Feuer gelöscht war, suchten Feuerwehrleute mit der Wärmebildkamera nach weiteren Glutnestern. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Dass eine schlecht gelöschte Grillstelle das Feuer verursacht haben könnte, konnte nach Befragung des Besitzers des Grundstücks und des Gartenhauses ausgeschlossen werden.

Im Einsatz waren die Feuerwehren Köppern, Seulberg und Friedrichsdorf-Mitte unter der Regie des Köpperner Wehrführers Jürgen Reeh und seines Stellvertreters Peter Schulte. Gegen 2 Uhr morgens konnten die Feuerwehrkräfte abrücken. Erst am vorigen Freitag hatte es im Wald in der Nähe der Saalburg gebrannt. Schon in den vergangenen Wochen hatten die Friedrichsdorfer Feuerwehren mehrere Einsätze wegen mutmaßlicher Brandstiftung. Unter anderem an der alten und der neuen Philipp-Reis-Schule sowie in Köppern, wo unter anderem ein Holzstoß und Strohballen gelöscht werden mussten. Wegen der großen Trockenheit herrscht derzeit erhöhte Waldbrandgefahr.

Zum Einsatzbericht