Die Freiwilligen Feuerwehren sind ein zuverlässiger Garant für die Sicherheit der Friedrichsdorfer Bürger. Um Menschen in Not zu helfen, mussten die Retter im vergangenen Jahr zu insgesamt 482 Einsätzen ausrücken, wie der Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Wehren im Vitos Waldkrankenhaus Köppern erläuterte. Die Funkmeldeempfänger schrillten im Jahr 2014 rund 1,3 Mal täglich. „Nur das Rekordjahr 2010 war arbeitsreicher.“

Den Schwerpunkt der Alarmierungen stellten, mit gut 61 Prozent, die 296 Hilfeleistungen dar, die von Unwettereinsätzen (29 Prozent) über Unterstützungsmaßnahmen für den Rettungsdienst (21 Prozent) bis hin zu Bergungsaktionen im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen (15 Prozent) reichten. Ungewöhnlich war die wilde Verfolgungsjagd, die sich Autodiebe im vorigen November auf der Autobahn A 5 mit der Polizei lieferten. Das jähe Ende: In der Autobahnausfahrt nahe Köppern flog das gestohlene Auto aus der Kurve – und wurde als Wrack von der Feuerwehr gesichert. Die Ganoven landeten zwar nicht im Krankenhaus, aber hinter schwedischen Gardinen.

Tiere in Not, die Umsiedlung von Insektennestern, das Beseitigen von Ölspuren oder das Öffnen von Türen zur Bergung hilfloser Personen waren „Klassiker“ bei den Hilfeleistungen. 101 Personen wurden von den Feuerwehrleuten der Stadt gerettet, 56 von ihnen waren verletzt. Für sechs Menschen kam jedoch leider jede Hilfe zu spät.

71 Mal mussten die Feuerwehr-Frauen und -Männer zu Löscheinsätzen ausrücken, darunter zu einem Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag in Burgholzhausen und zur brennenden Turnhalle am Sauerborn. Hinzu kam eine Reihe von Fehlalarmen, die hauptsächlich von Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden. Erfreulich nannte Neeb die Mitgliederentwicklung: „Wir konnten die Zahl der aktiven Feuerwehrleute um drei auf 223 Kameraden steigern“, betonte er und wies auf die Vorteile des „Rendezvous-Verfahrens“ hin. Das bedeutet, dass sich jede der vier Feuerwehren auf einen Einsatzschwerpunkt spezialisiert hat und dementsprechend alarmiert wird, zum Beispiel bei Verkehrsunfällen, zur Beseitigung von Gefahrstoffen oder zur Personenrettung mit der Drehleiter. Würde es dagegen eine zentrale Feuerwache geben, könnten die Hilfsfristen nicht in allen Stadtteilen eingehalten werden, erklärte Neeb. Außerdem wäre damit ein nicht unerheblicher Kostenaufwand verbunden.

Die Fördervereine der Feuerwehren haben mehr als 1 400 Mitglieder. Mit Blick auf den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan sowie die Kosten für die Feuerwehren könne man sich in puncto Vernunft und Sparsamkeit jedem kommunalen Vergleich stellen, hob Neeb hervor. „Vergleichbare Kommunen können den Brandschutz nicht ohne hauptamtliche Kräfte gewährleisten. Friedrichsdorf ist angesichts der Finanzlage auch künftig auf den freiwilligen Dienst der Einsatzkräfte angewiesen.“

Nachwuchs gut aufgestellt

Auch die Jugendfeuerwehren sind gut aufgestellt, so Stadtjugendfeuerwehrwart Andreas Löw. Die Nachwuchsabteilungen zählen derzeit 77 Mitglieder, darunter 20 Mädchen. Hinzu kommen die Mädchen und Jungen der Mini-Feuerwehren in Seulberg und Köppern. Fünf Jugendliche wechselten 2014 in die Einsatzabteilungen.

„Die Feuerwehrleute gehen da rein, wo andere rausrennen“, lobte der Landtagsabgeordnete Holger Bellino (CDU), während die SPD-Landtagsabgeordnete Elke Barth auf Probleme der Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt hinwies und die Unterstützung durch die Politik zusagte. Stadtverordnetenvorsteher Karl Günther Petry (FWG) betonte: „Das Stadtparlament schätzt die ehrenamtlichen Feuerwehren und stellt im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten alle erdenklichen finanziellen Mittel zur Verfügung.“ Bürgermeister und Brandschutzdezernent Horst Burghardt (Grüne) wies auf die psychischen Belastungen durch die Feuerwehrtätigkeit hin. „Spielt nicht den Helden, sondern sprecht mit Euren Vorgesetzten, falls Ihr selbst einmal Hilfe benötigt“, lautete sein Appell.

 

Artikel aus der Taunus Zeitung vom 2.3.2015