Seit Anfang Juni brennt es immer wieder in Friedrichsdorf. Hierbei soll es sich um eine Serie von Brandstiftungen handeln. Nun wendet sich die Polizei an die Öffentlichkeit: Es werden dringend Zeugen gesucht.

Vermehrt auftretende Brände sind besonders in der Sommerzeit nicht ungewöhnlich. „Das kommt im Hochtaunuskreis immer mal wieder vor. Häufig sind dies fahrlässige Delikte, verursacht etwa durch weggeworfene, noch glimmende Zigarettenkippen“, erklärt Kriminalhauptkommissar Michael Greulich, Pressesprecher der Polizeidirektion Hochtaunus, und ergänzt: „Doch die Dichte an Bränden, die derzeit in Friedrichsdorf verzeichnet werden, ist höchst ungewöhnlich.“ Ein Feuerteufel scheint hier sein Unwesen zu treiben – darin sind sich die Brandursachenermittler der Polizei und Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb einig.

Seit Anfang Juni häufen sich die Brände, insbesondere in den Stadtteilen Dillingen und Köppern. Rund ein Dutzend Delikte zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten soll auf das Konto eines Brandstifters gehen. Hierbei handelt es sich um Brände von Gartenhütten und Containern sowie kleinere Flächen- und Waldbrände.

Dem Täter auf der Spur?

Die Tatorte erstrecken sich vom alten Gebäude der Philipp-Reis-Schule am Hohen Weg, Container im Köpperner Industriegebiet in der Otto-Hahn-Straße, dem Waldbereich oberhalb der Kapersburgsiedlung nördlich von Köppern – zwischen „Buscheck“ und Abfahrt Vitos-Klinik – bis zuletzt in Dillingen, zwischen Tal- und Taunusstraße. Am vergangenen Dienstag war auch der Spießwald am Ortsrand von Köppern betroffen, als 21 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr mit 4000 Liter Wasser einen Waldbrand löschten(TZ berichtete).
Hinweise auf einen möglichen Täter gab es bisher nur in Zusammenhang mit einem Brand einer Grasfläche gegenüber dem Penny-Lebensmittelmarkt in Köppern in der Dreieichstraße. Laut Polizeiangaben sei hier eine männliche Person mit blonden, zu einem Zopf zusammengebundenen Haaren aufgefallen. Jener Mann habe Sportbekleidung getragen und sei vom Tatort weggerannt. Nähere Informationen zu dieser Person sind nicht bekannt.

Helfern viel abverlangt

Der oder die Brandstifter verlangen auch den Friedrichsdorfer Feuerwehrleuten einiges ab: „Wir hoffen, dass der Brandstifter schnellstmöglich gefasst wird. Bei jedem Brand waren wir mit zwölf bis maximal 80 Personen im Einsatz“, betont Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb und fügt hinzu: „Ich kann vor den ehrenamtlichen Einsatzkräften nur meinen Hut ziehen. Die Frauen und Männer waren in letzter Zeit öfter für die Feuerwehr unterwegs, als dass sie ihren Arbeitsplatz gesehen haben.“
Zur Höhe des bisher entstandenen Sachschadens kann Kriminalhauptkommissar Michael Greulich keine konkreten Angaben machen – nur so viel: „Wir ermitteln unter Hochdruck.“

Mögliche Zeugen, die Hinweise zu den Bränden oder dem möglichen Täter geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei Bad Homburg, unter der Telefonnummer (0 61 72) 1 20–0, in Verbindung zu setzen.

 

Artikel aus der Taunus Zeitung vom 11.7.2015