Die Freiwilligen Feuerwehren sind rund um die Uhr einsatzbereit und imstande, auch schwierigste Situationen zu meistern. Das trifft auch auf die Stadtteilwehr Seulberg zu, deren Wehrführer Claas Ludwig am Freitag in der Jahreshauptversammlung eine beeindruckende Bilanz für 2014 vorlegte.

„Das vergangene Jahr war sehr arbeitsreich. Mit 116 Einsätzen hatten wir fast ebenso viele Alarmierungen wie im Vorjahr (122)“, betonte Ludwig im Feuerwehrgerätehaus Am Placken. Im Vordergrund der Einsatztätigkeit standen aber nicht etwa Großbrände wie das Feuer in der Holzhäuser Turnhalle am Sauerborn. „Was nicht unterschätzt werden darf, sind die vielen kleineren, aber zeitintensiven Einsätze, zu denen wir gerufen werden“, bemühte der Wehrführer die Statistik.

So verzeichneten die Seulberger Feuerwehrleute insgesamt 20 Brandeinsätze sowie 38 Fehlalarme. Diese gingen vor allem auf das Konto von fälschlicherweise ausgelösten Brandmeldeanlagen. Das Gros der Alarmierungen betraf jedoch Hilfeleistungen in ihrer ganzen Bandbreite, die mit 58 Einsätzen zu Buche schlugen, angefangen bei Absicherungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Unfällen über Befreiungsaktionen von hilflosen Menschen in Aufzügen bis hin zur Beseitigung von Bäumen auf Fahrbahnen. Eine schlaflose Nacht bereitete den ehrenamtlichen Helfern ein Unwetter im Juli, durch das es nicht nur im Stadtgebiet zu Überflutungen gekommen war, sondern vor allem im benachbarten Rosbach. Dort hatte das gleichnamige Rinnsal nach sintflutartigen Regenfällen einen Teil des Ortes überflutet, so dass binnen kürzester Zeit 89 Einsatzstellen angefahren werden mussten. Zehn Einsätze davon bestritt allein die Seulberger Feuerwehr im Rahmen der überörtlichen Hilfeleistung. Personell sind die Retter übrigens gut auf ihre Aufgaben vorbereitet. So zählt die Einsatzabteilung, die über eine durchschnittliche Tagesstärke von 12 Helfern verfügt, derzeit 58 Frauen und Männer, die Alters- und Ehrenabteilung hat 31 Mitglieder.

Weil – wie auch der Bürgermeister und Brandschutzdezernent Horst Burghardt (Grüne) in seinem Grußwort betonte – die Fort- und Weiterbildung für eine leistungsstarke Feuerwehr unverzichtbar ist, drückten die Seulberger Brandbekämpfer an 38 Unterrichtsabenden im Gerätehaus die Schulbank und nahmen darüber hinaus an mehreren Übungen teil. Lehrgänge auf Kreis- und Landesebene kamen hinzu. Herausragend waren der simulierte Zusammenstoß zweier Omnibusse auf der Umgehungsstraße mit vielen Verletzten sowie ein angenommener Waldbrand bei Glashütten, den es bei einer kreisweiten Katastrophenschutzübung zu bekämpfen galt.

Wichtige Unterstützung

Unterstützt werden die Brandbekämpfer von den 335 Mitgliedern des Fördervereins, die 2014 unter anderem das „Berufsfeuerwehrwochenende“ der Jugendfeuerwehr sowie Freizeitaktivitäten von Jugendlichen und „Minis“ ermöglichten. Außerdem betätigten sie sich am Stand der Feuerwehr beim „Dippe- und Brunnenfest“.

In puncto „Nachwuchs“ ist die Seulberger Wehr unverändert gut aufgestellt, vermeldeten der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Tobias Bergerfurth und Frank Puschner von den „Minis“. Einer der Gründe für die Stärke der Nachwuchsarbeit ist die elfköpfige „Mini-Feuerwehr“ für Mädchen und Jungen von sechs bis zehn Jahren, die 2014 immerhin vier Mitglieder an die Jugendfeuerwehr „abgeben“ konnte. Deren Mannschaftsstärke wiederum ist mit 18 Jugendlichen gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Die Mini-Feuerwehr trifft sich jeden Freitag von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus, die Jugendfeuerwehr für die 10- bis 17-Jährigen kommt jeden Montag von 18 Uhr bis 19.30 Uhr zusammen.

Stadtverordnetenvorsteher Karl Günter Petry (FWG) sowie Bürgermeister Burghardt lobten das ehrenamtliche Engagement der „Fire Fighter“. Burghardt wies darauf hin, dass der Fahrzeugpark in allen Friedrichsdorfer Stadtteilwehren modernisiert worden sei und nunmehr die Ausrüstung der Brandbekämpfer im Blickpunkt stehe. „Weil eine vernünftige Ausrüstung mit dafür Sorge trägt, dass den ehrenamtlichen Rettern in den Einsätzen nichts Schlimmes widerfährt“, so das Stadtoberhaupt.

Artikel aus der Taunus Zeitung vom 12.1.2015