Ein 39 Jahre alter Mann ist am Dienstag kurz nach 21 Uhr in der Ostpreußenstraße offenbar von seinem Schwager niedergestochen und schwer verletzt worden. Der 42 Jahre alte mutmaßliche Täter wurde festgenommen, das Opfer wurde ins Krankenhaus gebracht und ist, Polizeiangaben zufolge, nach einer Operation außer Lebensgefahr.

Der Tat vorangegangen war, wie berichtet, ein Streit. Die Frau des mutmaßlichen Täters wollte sich von dem offenbar gewalttätigen Mann trennen. Das Opfer, der Bruder der Frau, wollte ihr und den Kindern des Paares beim Umzug helfen. Bereits rund eine halbe Stunde vor der Tat hatte der 42-Jährige die Polizei gerufen und deren Beistand gesucht, weil er gesehen hatte, wie der Schwager und weitere Verwandte seiner Frau Möbel aus der gemeinsamen Wohnung trugen. Die Beamten rückten an, sprachen mit allen Beteiligten und konnten keine Straftaten feststellen. Der 42-Jährige verließ daraufhin freiwillig die Wohnräume.

Wenig später jedoch eskalierte die Lage. Der verlassene Ehemann zückte laut Polizeibericht unvermittelt ein Messer und verletzte seinen Schwager mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper. Anschließend flüchtete der mutmaßliche Täter und warf das Messer und einen Teil seiner blutverschmierten Kleidung weg. Die Kleidung fand die Polizei später in der Nähe. Nach der Tatwaffe wurde gestern noch gesucht, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

Blut auf der Straße

Der 42-Jährige kehrte schnell wieder zum Tatort zurück und ließ sich widerstandslos festnehmen. In Handschellen wurde er abgeführt. Zuvor stülpten ihm die Beamten Plastiktüten über die Hände und zogen ihm einen Einmalanzug an. „Das dient der Spurensicherung. So können Spuren der Tat weder zerstört noch verfälscht werden.“ Beamte der Spurensicherung in weißen Overalls sicherten auch auf der Straße Blutspuren. Die Feuerwehr unterstützte die Beamten und leuchtete die Umgebung des Tatorts aus. Der 42-Jährige wurde gestern dem Haftrichter vorgeführt. Sowohl die Angehörigen des Opfers als auch Nachbarn, die den lautstarken Streit gehört hatten, hatten die Polizei verständigt. Zeugen zufolge war die Frau bereits mehrfach vor ihrem Mann ins Frauenhaus geflüchtet.

Artikel aus der Taunus Zeitung vom 18.8.2016

 

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