Die Außentemperaturen sind gefallen und somit hat die Heizperiode begonnen. Durch die steigenden Energiekosten sind viele Mitbürger wieder dazu übergegangen mit Holz anstatt mit Öl oder Gas zu heizen. 

Der korrekte Umgang mit einem Holzofen ist jedoch oftmals nicht mehr ganz so vertraut. Und daraus resultieren nicht selten Kaminbrände, die – besonders bei falschem Verhalten der Betroffenen –schon oft Häuser in Schutt und Asche gelegt haben. Es ist vergleichsweise einfach, durch richtiges Heizen einen Kaminbrand zu vermeiden.

Die Kaminbrandentstehung begünstigen folgende Bedingungen:

  • Verbrennen von langflammigem Brennstoff wie z. B. Nadelhölzer wobei Funken oder sogar Flammen bis in das Rauchrohr und den Kamin getragen werden und den Rußbelag entzünden können.
  • Verbrennen von feuchtem oder lackiertem Holz
  • Verbrennen von Müll
  • Verbrennen mit zuwenig Sauerstoff
  • Stark windiges Wetter; Erhöhung der Zuggeschwindigkeit im Kamin
  • Beim Nachheizen bleibt die Zugluftöffnung zu lange geöffnet, wodurch die Abgastemperatur stark ansteigt
  • Bauliche Mängel des Kamins

Wie erkennt man solch einen Kaminbrand?IMG_7400

Erkennungszeichen für einen Kaminbrand sind:

  • Lange Flammen schlagen aus dem Kamin
  • Aus der Kaminmündung quellen dichte, schwarz-gelbe Rauchwolken
  • Starker Funkenflug und Rauchentwicklung
  • Flammen-, Funken- und Glutbildung im Kamin
  • Hohe Außentemperatur der Kaminwange

Solche Anzeichen werden oft durch die Hausbewohner selbst gar nicht bemerkt. Häufig sind es Nachbarn oder Passanten, welche die Alarmierung der Feuerwehr veranlassen.


 

Welche Gefahren lauern bei Kaminbränden?

Moderne und ordnungsgemäß errichtete Kamine überstehen Kaminbrände in der Regel meist unbeschädigt. Mit Gefahren muss jedoch besonders bei älteren Kaminausführungen und hinsichtlich der Auswirkungen auf die Nachbarschaft gerechnet werden.

Brandausbreitung durch Funkenflug:
Die Gefahr wird dadurch noch verstärkt, dass die Kaminbrände häufig durch Sturm oder starken Wind, d. h. durch stark erhöhten Kaminzug, hervorgerufen werden.

Brandausbreitung durch Wärmeleitung und Wärmestrahlung:
Insbesondere bei baulichen Mängeln am Kamin, z. B. nicht ordnungsgemäß verschlossene und unbenutzte Anschlüsse, Risse am Kamin, direkt an der Kaminwange anliegende brennbare Bauteile oder Ähnlichem.

Herabfallende Glut von verschmutzten Kaminaufsätzen:
Kaminaufsätze verschmutzen durch Ruß- und Teerablagerungen ähnlich wie die Innenwandungen der Kamine. Beim Brand entzündet sich dieser Belag ebenfalls. Durch das Erweichen der Beläge beim Ausbrennen können hier Glutbrocken von den Aufsätzen abfallen und im Dachbereich einen Brand auslösen.

Beschädigung des Kamins durch Wärmeeinwirkung (Wärmedehnung):
Bei einem gezogenen Kamin kann auch Einsturzgefahr entstehen oder es kann zur Rissbildung am Kaminmauerwerk kommen. Durch diese Risse können schädliche Brandgase in den Wohnraum eindringen.

Rauchausbreitung durch Verstopfung des Kamins mit Ruß:
Der nicht gezündete Teil des Rußbelages dehnt sich durch Wärmeeinwirkung um das Vielfache seines ursprünglichen Volumens aus.  Dadurch wird der Kaminquerschnitt teilweise oder komplett verschlossen und der Rauch, der bis dahin über die Kaminmündung abzog, tritt nun an den Feuerstättenanschlüssen, Reinigungsöffnungen und undichten Stellen (z. B. Rissen) aus.

Gefahren durch Elektrizität:
Durch die hohen Temperaturen an der Außenseite der Kaminwange kann es zum Abbrennen bzw. Schmelzen von isolierten Elektroleitungen kommen.


 

Welche Maßnahmen müssen Sie bei einem Kaminbrand ergreifen?

Wählen Sie unverzüglich den Notruf 112
Verständigen und warnen Sie die Menschen im betroffenen Gebäude. Das betroffene Gebäude muss umgehend evakuiert werden!


 

Auf keinen Fall löschen!

Versuchen Sie auf keinen Fall den Kaminbrand mit Wasser zu löschen! Bei einem Kaminbrand  können sich Temperaturen von bis zu 1.000 Grad entwickeln, die das Wasser explosionsartig verdampfen lassen. Das Wasser dehnt sich bei diesem Verdampfen um das Siebzehntausendfache aus und könnte Sie gefährlich verletzen.

Luftzufuhr stoppen

Ist der Kaminbrand noch nicht zu weit fortgeschritten, können Sie das Feuer eindämmen, indem Sie die Luftzufuhr drosseln. Wenn es im Kamin zu starkem Auftrieb kommt, der sich in Rauschen und Pulsieren äußert, schließen Sie schnellstmöglich die Rauchrohranschlussöffnungen.

Brandherd isolieren

Stehen in unmittelbarer Nähe zum Brandherd entflammbare Gegenstände? Wenn ja, rücken Sie diese zur Seite. Tipp: Da sich bei einem Kaminbrand extrem heiße Temperaturen entwickeln, sollten Sie Möbel und Co. stets so weit weg wie möglich platzieren.

Gebäude kontrollieren

Bei einem Kaminbrand besteht die Gefahr, dass sich der Brand bis zum Mauerwerk durchfrisst. Die Hitze kann in Hohlräume oder in Deckendurchführungen eindringen und dort weitere Brände entfachen. Tipp: Kontrollieren Sie alle Räume, die mit dem Kamin verbunden sind auf Rauch. So können Sie sichergehen, dass sich der Brand noch nicht ausgedehnt hat.


 

Wie können Sie sich vor einem Kaminbrand schützen?

  • Verwenden Sie nur trocken gelagertes Holz mit einer Restfeuchte von weniger als 20%.
  • Lassen Sie Ihre Heizungsanlage regelmäßig von einem Fachmann warten.
  • Lassen Sie Ihren Kamin regelmäßig (mindestens einmal pro Jahr) vom Kaminkehrer säubern und inspizieren. Es besteht hier eine gesetzliche Kehrpflicht!
  • Montieren Sie Rauchmelder um auch nachts rechtzeitig gewarnt zu werden.
  • Hallten Sie einen Feuerlöscher bereit um Entstehungsbrände bekämpfen zu können. NIEMALS DEN KAMINBRAND DAMIT BEKÄMPFEN! Lassen Sie den Feuerlöscher regelmäßig warten und informieren sie sich über dessen Handhabung.