Wi112: Gefahrstoffaustritt endet glimpflich

Ein außer Kontrolle geratener Neutralisationsprozess in einer Chemiefabrik in Friedrichsdorf-Köppern sorgte am Samstag für einen Gefahrstoffeinsatz und eine Bevölkerungswarnung. Dem schnellen umsichtigen Handeln von Betrieb und Feuerwehr ist es zu verdanken, dass sich die Auswirkungen für die Anwohner auf eine Geruchsbelästigung beschränkt haben.

Gegen 10:30 Uhr kommt es im Neutralisationsreaktor einer Firma für Desinfektionsmittel zu einem Fehler. Üblicherweise werden dort Säuren mit Laugen neutralisiert. Dabei entsteht Wärme, die üblicherweise automatisch reguliert wird. Diesmal jedoch wird das Gemisch so heiß, dass es überkocht. Die Mitarbeiter räumen den Bereich und alarmieren die Feuerwehr.

Bei deren Ankunft riecht die Umgebung schon stark nach Essig. In Absprache mit dem betroffenen Unternehmen bleibt anfangs ein Trupp mit Chemikalienschutzanzügen in Bereitschaft bis die Erkundung ergibt, dass der Stoffaustritt sich auf den gesicherten Bereich in der Halle beschränkt.

Zwei Trupps unter Atemschutz kühlen den Behälter während weitere Trupps rund um das Gebäude bis zum Einsatzende die Gefahrstoffkonzentration messen. Das möglicherweise kontaminierte Löschwasser kann durch die vorgeplante Löschwasserrückhaltung aufgefangen, kontrolliert und anschließend abgepumpt werden.

Aufgrund der Geruchsbelästigung fordert die Polizei die Anwohner auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Eine gefährliche Stoffkonzentration konnte außerhalb des Gebäudes jedoch nicht nachgewiesen werden. Der Bereich rund um das Betriebsgebäude war für die Einsatzdauer gesperrt. Verletzt wurde niemand.

 

Artikel und Fotos mit freundlicher Unterstützung von Wiesbaden112.de