Wohnhausbrand: Rettung über Drehleiter

In der Nacht von Freitag auf Samstag wurden die Feuerwehren Seulberg und Burgholzhausen zu einem Wohnhausbrand in die Herrenhofstraße alarmiert. Bereits auf der Anfahrt zur Einsatzstelle waren die Flammen am Nachthimmel sichtbar.


Als die ersten Kräfte der Wehr Seulberg an der Einsatzstelle eintrafen schlugen meterhohe Flammen aus dem ersten Obergeschoss des Wohnhauses und breiteten sich in Richtung Dachgeschoss aus. Eine Person, ein 86 jähriger Bewohner, stand im Obergeschoss am geöffneten Fenster und wurde sofort mit der Drehleiter aus dem Gebäude gerettet.

Die beiden anderen Bewohner des Hauses konnten noch eigenständig das Gebäude verlassen, nachdem erste Löschversuche fehlschlugen.

„Gleichzeitig drangen Kräfte unter Atemschutz über das Treppenhaus und über eine Steckleiter in die Brandwohnung vor“, berichtet Stadtbrandinspektor Ulrich Neeb, der den Einsatz leitete.
„Die Flammen, die durch die Holzbauweise und Inneneinrichtung, kräftig Nahrung erhielten, schlugen aus der Wohnung auf das Dach und zerstörten Scheiben im Dachgeschoss“, so Neeb weiter. Weitere Probleme hätten den Rettern die Holzdecken mit Lehmausfachung bereitet.

Nun löschten Feuerwehrleute auch von der Drehleiter aus, um eine Ausbreitung der Flammen auf das übrige Gebäude zu verhindern. „Durch den massiven Einsatz von Feuerwehrkräften gelang das. Das Feuer blieb auf zwei Zimmer im ersten Stock und kleine Teile des Dachs begrenzt. Ruß, Rauch und enorme Hitze hatten aber im gesamten Wohnungsbereich und im Treppenhaus erhebliche Schäden angerichtet.“

Die 83 sowie 57 jährigen Anwohnerinnen hatten vor dem Brandausbruch einen lauten Knall gehört. Kurz darauf standen Gardinen in Flammen. Sie erkannten sofort wie rasch sich das Feuer auf das Mobiliar ausbreitete. Im Treppenhaus breitete sich außerdem beißender Qualm aus und die Frauen mussten den Rückzug antreten.


„Um 1.52 Uhr schrillten bei der Feuerwehr Seulberg die Funkalarmempfänger. Zunächst waren Ausmaß und Ort des Brandes für die Kräfte auf der zentralen Leitstelle für eine qualifizierte Alarmierung unklar, da sich nur eine sehr aufgeregte Stimme über Notruftelefon gemeldet hatte“, berichtet Neeb. Erst eine telefonische Rückverfolgung der Leitstelle und weitere Notrufe hätten Klarheit gebracht. Als der Einsatzleiter das Ausmaß des Feuers sah, alarmierte er umgehend zusätzlich die Feuerwehr Burgholzhausen. Polizei, Notarzt und mehrere Rettungswagenbesatzungen eilten mit ihren Fahrzeugen ebenfalls in die Herrenhofstraße.

Rauchmelder wecken Anwohner

Der Hausbesitzer in der Dachgeschosswohnung war inzwischen aufgewacht. Das laute Schrillen der Heimrauchmelder in seiner Wohnung hatte ihn geweckt. Die Flucht durch das Treppenhaus war ihm durch den dichten Rauch und die Hitze unmöglich, der Weg war abgeschnitten. So eilte er zu seinem schmalen Schlafzimmerfenster und rief von dort aus um Hilfe.

Der Hausbesitzer sowie die Bewohnerin aus dem ersten Obergeschoss kamen zur Beobachtung und Behandlung ins Krankenhaus, wurden beide glücklicherweise jedoch nur leicht verletzt. Die Anwohnerin der Erdgeschoßwohnung wurde in einem Hotel untergebracht.

Das Feuer war nach rund 25 Minuten unter Kontrolle, die Nachlöscharbeiten sowie die Brandnachschau dauerten jedoch bis in die frühen Morgenstunden an. Immer wieder loderten Glutnester auf die durch die Einsatzkräfte abgelöscht werden mussten.

Insgesamt waren bei 41 Feuerwehrkräfte mit 7 Fahrzeugen aus Seulberg und Burgholzhausen im Einsatz. 22 Atemschutzgeräte wurden, auch wegen der aufwendigen Nachlöscharbeiten gebraucht.